Maya - Vreda von der Bildeiche

......Maya war eine sehr gelehrige Hündin, die viele Tricks konnte (eine Beschäftigung meines Sohnes, ihr diese beizubringen: neben dem üblichen Pfote geben, tot spielen usw, fand ich besonders Leckerli auf der Nase balancieren und dann in die Luft werfen schon klasse für nen Hund! im Idealfall dann im Flug mit dem Mund auffangen) und mit mir immer freudiger auf den Hundeplatz ging. Die BH haben wir dann auch gemacht und sie war super (beste BH - nach Aussage des Prüfers ohne etwas Negatives erwähnen zu können - stolz!!). Darauf folgte auch ein THS-Turnier, bei dem wir neben dem Geländelauf (1.Platz) auch beim normalen Bewerb mitmachten. Gehorsamsprüfung war gut, aber doch etwas anderes als auf dem heimischen Platz, wie ich als etwas naive Hundehalterin plötzlich feststellen musste. Dann ging es zu dem Hürdenlauf - Maya, und auch ich - voller Tatendrang und was zu Hause auf dem Platz super klappte, war hier ein Debakel...Maya nahm alle Hürden souverän, wenn auch nicht wie sonst auf gleicher Höhe mit mir, sondern nun mit von mir gefühlter zehnfacher Geschwindigkeit. Jedes "warte" Rufen verhallte....wo....in dem winzig kleinen ca.100m² großen Wäldchen am Ende des Platzes, den Maya schon längst im Visier hatte. Sie absolvierte ihr Hürdenprogramm und verschwand schnurstracks in dem angrenzenden Wäldchen. Mein Gesicht hätte ich gerne mal gesehen..meine immer perfekte Maya zeigte mir absolut deutlich, dass sie ein echter Hovi ist und momentan eine Stippvisite im Wald 1000-mal wichtiger fand als Frauchens Verlangen nach Anerkennung und Pokalen auf so einem blöden Platz. Heute kann ich darüber lachen und im Nachhiniein finde ich es klasse, dass sie so war, aber damals....kann das jemand nachempfinden?? - ausser meine Freundin Kirstin, der mit Ihrem Ole kurz danach das Gleiche passierte - bestimmt auch der ein oder andere ehrliche Hovi-Besitzer.....Maya war DIE Hündin für mich und jeder wird in seiner Hundekarriere einen Herzenshund haben. Maya war mein Herzenshund. Ich danke für jede Sekunde, die ich mit Ihr verbringen durfte und ich denke sehr oft an sie. Leider mußte ich sie viel zu früh mit nur sechs Jahren einschläfern lassen, da sie einen Tumor an der Wirbelsäule hatte.....sie ist in meinen Armen eingeschlafen............

 

.....als ich ein Teenager war, war mein größter Traum ein eigener Hund.

Meine Eltern erlaubten es leider nie, dafür war ich Besitzerin diverser Katzen, vieler Fische, eines Hamsters und einer Vielzahl (in Spitzenzeiten bis zu 15) Zebrafinken In einem kleinen Rassebuch, in dem viele Hunderassen kurz und prägnant beschrieben waren, fiel mein Augenmerk damals auf den Hovawart. Die Beschreibung passte zu meiner Vorstellung von einem Hund und optisch war er auch absolut mein Geschmack! Viele Zeiten sollten folgen in denen die Anschaffung eines Hundes egoistisch, da unpassend gewesen wäre und nach 20 Jahren warten sollte es endlich soweit sein......Maya zog bei uns ein - eine schwarzmarkene Hündin!

Da wir damals in Österreich wohnten, war auch Maya eine Österreicherin. Sie kam aus der Zuchtstätte "von der Bildeiche" - sehr sehr erfahrene und nette Züchter.

War ich glücklich - und mein Sohn auch. Maya passte super zu uns und wir wurden ganz schnell ein tolles Gespann. Es begann eine wunderbare Zeit mit endlosen Wanderungen in den Bergen Tirols, im Sommer zu Fuß, im Winter mit Ski. Maya musste und durfte von Anfang an überall mit hin und war deshalb auch ein absolut problemloser Hund, den ich soweit möglich immer mitnahm - in Geschäfte, den Sessellift, das Restaurant, das Hotel, den Hundestrand, zum Rodeln, zum Joggen...alles kein Problem.

Wenn man von Tieren erzählt erinnert man sich oft nur an die schönen Seiten - ich will mal an nicht so tolle Momente erinnern!! Wie es sich für einen richtigen Hovawart gehört, war der Beutetrieb bei Maya auch sehr ausgeprägt und wehe ich hab mal kurz nicht aufgepasst - dann wurde ein Sprint hinter dem ein oder anderen Hasen hingelegt, der im Nachhinein immer toll anzusehen war, aber einem Menschen doch unangenehm ist - wegen der anderen Menschen, die ja alle so einen braven und nicht ganz so sportlichen Labrador oder Goldie hatten und nur leicht mit dem Kopf schüttelten. Da hab ich schon das ein oder andere Mal geflucht.......aber ein Hund bleibt ein Hund und ein Hovi bleibt erst recht ein Hovi. Schön war immer, dass keine drei Minuten ins Land zogen und Maya war wieder da - leicht schuldbewusster Blick, Zunge auf dem Boden aber absolut happy......

 

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